Sonntag, 15. Juni 2014

Wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Aspekte der dezentralen Stromversorgung (Tagung)

Die Tagung "Wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Aspekte der dezentralen Stromversorgung" soll dazu beitragen im Hinblick auf die Energiestrategie 2050 des Bundes die Weichen richtig zu stellen. Sie richtet sich in erster Linie an Ingenieure und Architekten.
Der starke Zuwachs erneuerbarer Energie in der Stromerzeugung stellt die Netzbetreiber und Stromversorger vor grosse Herausforderungen: Durch die zunehmend dezentrale Stromerzeugung wird der Strom durch kleinere Anlagen in Verbrauchernähe produziert. Die ungleichmässige Stromproduktion dieser Kraftwerke der unteren Netzebene hat negative Auswirkungen auf die Netzstabilität und führt bei Stromüberschuss im Extremfall zu negativen Preisen.
  • Welche Möglichkeiten gibt es, den Strom möglichst dort zu nutzen bzw. zu speichern, wo er produziert wird?
  • Wie muss das Netz angepasst werden, um diesen neuen Herausforderungen gerecht zu werden? 
Diese und weitere Fragen zu wirtschaftlichen, technischen und sozialen Auswirkungen zunehmend dezentraler Stromversorgung sind Gegenstand der SIA-Tagung. Die Chancen gebäudeintegrierter Stromerzeugung und Speicherung nehmen dabei eine zentrale Rolle ein.

Die Tagung findet am 2.7.2014 an der ETH Zürich statt. Weitere Informationen und Anmeldung: www.sanu.ch/sia

Der SIA freut sich auf einen anregenden Austausch.

Freitag, 6. Juni 2014

Profitable Solaranlagen

Solaranlagen lassen sich in der Schweiz vielerorts profitabel betreiben, nicht zuletzt aufgrund einer jüngst erlassenen Regelung. Was unter dem Strich übrig bleibt, lässt sich nicht zuletzt durch eine gute Planung und das eigene Verhalten beeinflussen.
Mit Kapitalanlagen Geld zu verdienen, ist derzeit nicht so einfach, schon gar nicht mit den vermeintlich sicheren. In einem solchen Umfeld werden plötzlich ganz andere Anlagen attraktiv, an die man nicht sofort beim Thema Investieren denkt, wie beispielsweise Solaranlagen. Trotz teilweise tiefen Preisen, die die Energiekonzerne den Produzenten für den gelieferten Strom vergüten, ist es heutzutage möglich, selbst Kleinanlagen, wie sie ein Privathaushalt auf dem Dach seines Einfamilienhauses installiert, profitabel zu betreiben.

Endlich Normalität

Dazu beigetragen hat nicht zuletzt die Revision der Energieverordnung per 1. April 2014, die explizit erlaubt, dass schweizweit der auf dem eigenen Dach produzierte Strom auch selbst verbraucht werden darf, was bisher nicht von allen Energieversorgern zugelassen wurde. Dadurch wird gewährleistet, dass Haushalte nicht die gesamte Produktionsmenge zu einem günstigen Tarif an die zur Abnahme verpflichteten Energieversorger liefern und den Eigenbedarf von diesen zu einem höheren Tarif beziehen müssen.

Mittwoch, 21. Mai 2014

Energiespeicher lohnen sich auch für Einfamilienhäuser

Max Meyer
Max Meyer, ehemaliger Direktor des Schweizerischen Spenglermeister- und Installateur-Verbandes (SSIV), heute suissetec, wies kürzlich in einem ausführlichen Zeitungsinterview darauf hin, dass es kein Problem mehr ist, bei den Einfamilienhäusern Energie zu speichern.

Was die thermische Nutzung betrifft – also die Verwendung der Sonnenenergie zur Erwärmung des Trinkwassers oder das Beheizen der Innenräume –, existieren bereits Speichermöglichkeiten, dank denen sich auch das Betreiben kleinerer Anlagen lohnt. Dies im Gegensatz zur Speicherung elektrischen Stroms (Photovoltaik).

Es lohnt sich deshalb nicht nur wegen dem deutlich höheren Wirkungsgrad, die Sonne fürs Warmund die Heizung oder Heizungsunterstützung zu nutzen. In Männedorf gibt es zwei erfahrene Firmen im Bereich der Soalrthermie: Brennwald+Heilig, welche unter anderem auch die Anlage auf dem Zentrum Leue realisiert hat und die Bodmer AG. Brennwald+Heilig sind Mitglied der IG Energie vom Dach.

Freitag, 9. Mai 2014

Veranstaltungen im Mai 2014


Besuchen Sie weitere zukunftsweisende Informationsanlässe:

Sa.10.Mai, Neuestes Plus-Energie-Haus in Wetzikon: Tag der offenen Türe

Di. 13.Mai, Energiebewusste Gebäudesanierung in Küsnacht
Ausstellung ab 18.15 Uhr in der Heslihalle, Referate ab 19 Uhr, Details auf:http://www.kuesnacht.ch/documents/Flyer_Kuesnacht_starte.pdf

Di.13.Mai, Innovationen für das Aktivhaus in Zürich
Ab 16.45 Ausstellung und ab 17.15 Uhr Kurzreferate zum intelligenten Plus-Energie-Haus der Zukunft, mit wenig Technik und viel Energiegewinn! Nahe HB, Infos unter: http://www.forumenergie.ch/anlaesse/energie-special , Anmelden hier

Dienstag, 13. Mai 2014, 19:45, Kleiner Gemeindesaal Männedorf
Generalversammlung IG Energie vom Dach, Türöffnung und Apéro ab 19:30

Statuarisches und Kurzreferate

Di.20.Mai, Siemens und Energie in Zürich
Informieren Sie sich aus erster Hand am Energiestamm der FDP vom Kanton Zürich, die Einladung ist öffentlich für alle:  http://www.fdp-zh.ch/agenda-und-veranstaltungen?task=view_event&event_id=834

Mittwoch, 7. Mai 2014

Einfach ein schönes Haus – oder wie sich die Energiewende verstecken kann

Ein Vorbild für verdichtetes
und ökologisches Bauen
Dieses moderne und gefällige Dreifamilienhaus steht in Höngg. Es zeigt exemplarisch, wie hohe Energieeffizienz und prägnante Architektur zusammenpassen und was sie bewirken können. Die drei zweigeschossigen Wohnungen wurden raffiniert ineinander geschoben, sodass der Volumenanspruch minimal ist. Doch schauen wird die energetische Seite an:

Zuerst die Sonne. Das Sonnenlicht wird gleich dreimal (!) genutzt. Da gibt es eine hohe passive Nutzung (Lichteinfall, Wärme durch die Fenster). Zweitens sind 25.2 m2 Vakuumröhrenkollektoren für die Heizung (elegant integriert in die Balkonbrüstung; die Lamellen links). Sie haben eine Leistung von 8700 kWh. Und zu guter Letzt ist das Flachdach mit Photovoltaikpanelen gedeckt. Die 17.8 kWp-Anlage liefert 15 000 kWh Strom pro Jahr.

Die integral in die Brüstung
integrierten Wärmekollektoren.
Wo früher ein Zweifamilienhaus aus den 1940er-Jahren stand, baute Familie Ponti ein ansprechendes Minergie-P-ECO-Dreifamilienhaus, dass 77% des gesamten Energieverbrauchs selber deckt. Neben der 40cm-Isolation und der optimalen Ausrichtung hilft auch mit, dass Lift und Treppenhaus ausserhalb der beheizten Zone sind und so Energieverluste reduziert werden.

Das haus am Hönggerberg zeigt, wie selbstverständlich die solare Energienutzung zum Gebäude gehören kann und wie ansprechend und beispielhaft Solararchitektur ist, die ökologisches und verdichtetes Bauen problemlos ermöglicht. Deshalb wurde das Haus mit dem Schweizer Solarpreis 2012 ausgezeichnet.

Sonntag, 20. April 2014

Heizen und kühlen mit der Sonne

In der Brüsch wird bereits
mit der Sonne geheizt.
Internationale Energie Agentur (IEA) kommt zum Schluss, dass Solarthermie grosse Chancen hat, fossile Brennstoffe zu ersetzen. Sie zeigt damit, dass die Sonne eben nicht nur für die Stromerzeugung mit Photovoltaik ein enormes Potential aufweist. Bis 2030 können 50% des Niedertemperatur-Wärmebedarfs mit Solarenergie erzeugt werden.

Auf der Internationalen Konferenz zu Solarem Heizen und Kühlen in Gebäuden und in der Industrie (SHC 2012), präsentierte die IEA die Technologie-Roadmap für solares Heizen und Kühlen. Diese zeigt eine Potenzial bis 2050 von 430 Mtoe (18 EJ). Die IEA findet «einen stabile, langfristigen politischen Rahmen für solares Heizen und Kühlen» als eine wesentliche Aufgabe für das kommende Jahrzehnt um die grossen Potenziale zu realisieren. Die IEA Solar Heating and Cooling Roadmap bestätigt die enorme Chance, die in der Solarthermie liegt, um fossile Brennstoffen und Strom zu ersetzen.

Unter solarthermischen Anwendungen sind die Warmwasserbereitung und die Raumheizung der wichtigste Bereich. Bis zum Jahr 2050 könnten 213 Mtoe (8.9 EJ) durch Solarenergie gedeckt werden. Der sich im Entstehen befindene Markt für Solarwärme für industrielle Prozesse könnte mit 171 Mtoe (7,2 EJ) im Jahr 2050 der zweitgrößte sein. Solare Schwimmbad-Heizung und solare Kühlung könnten weitere 45 Mtoe (1,9 EJ) bringen.

Oft ist Solarthermie bereits heute wettbewerbsfähig mit konventionellen Technologien, aber Hindernisse wie höhere Anfangsinvestitionen und der Mangel an geschulten Installateuren halten die Menschen von der Wahl für solares Heizen und Kühlen ab. 

Quelle: Internationale Energieagentur (IEA) 2012

Sonntag, 6. April 2014

Sonne ist sauber, überall vorhanden und demokratisch

Peter H. Diamandis und Steven Kotler untersuchen in ihrem Buch «Überfluss – Die Zukunft ist besser, als Sie denken» im Kapitel Energie eine Reihe von Energiequellen, heben jedoch die Solarenergie hervor. Sie kommen zum Schluss, dass sie die am wenigsten umstrittene und am reichlichsten vorhandene Energiequelle ist. Sobald die Speicherfrage gelöst ist – und die Autoren gehen davon aus, dass das in absehbarer Zeit so sein wird – wird die Erde auf die Sonne setzen.

Solarenergie ist Abgas- und CO2-frei und nicht stigmatisiert. Sie ist überall vorhanden und demokratisch. Das Sonnenlicht, das in einer Stunde auf die Erdoberfläche trifft, enthält mehr Energie als alle fossilen Energieträger, die wir in einem Jahr verbrauchen. Noch wichtiger, wenn wir die Energiefülle erreichen wollen, müssen wir Technologien wählen, die sich in einer exponentiellen Kurve verbreiten. Solarenergie erfüllt alle diese Kriterien.

Laut Travis Bradford, COO des ‚Carbon War Room’ und Präsident des ‚Prometheus Instituts für nachhaltige Entwicklung’ fallen die Preise für Solarenergie jährlich um 5 bis 6%. Die Kapazität wächst um 30% jährlich. Wenn also Kritiker darauf hinweisen, dass solar zurzeit 1% der gesamten Energieproduktion ausmacht, ist das ein Beispiel von linearem Denken in einer exponentiellen Welt. Wenn man die heutige 1% Penetration bei 30% jährlichem Wachstum ausmultipliziert, bringt uns das in 18 Jahren zur 100% Deckung mit Solarenergie.

Und das Wachstum hört dort nicht auf, sondern wird erst richtig interessant. Zehn Jahre später, 28 Jahre von heute aus gesehen, würden wir mit derselben Wachstumsrate 1550 % des heutigen globalen Energiebedarfs produzieren. Noch besser: Gleichzeitig mit der Produktionssteigerung sorgt die Technologie dafür, dass das Elektron weiter reicht. Sei es der Smart Grid, der den Energieverbrauch zwei- bis dreimal effizienter macht, oder Innovationen wie LED Leuchten, die den Energieverbrauch für die Beleuchtung eines Zimmers von 100 Watt auf 5 Watt senken. Wir sehen dramatischen Veränderungen entgegen. Die Kombination von Effizienz, die den Verbrauch senkt und Innovation, die das Angebot erhöht, könnte tatsächlich für eine verschwenderische Energiefülle sorgen.

Mehr Informationen, Aktualisierungen, Blogs unter www.abundancethebook.com. Das Buch kann bei der Papeterie Pfister oder hier bestellt werden.
Rezension von Christa Dettwiler, Solarspar